Regeln beim Gitarre üben                    

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Viele Gitarristen lernen, in dem sie Songs oder Soli nachspielen. Neue Akkorde, neue Rhythmen und neue Licks tragen dazu bei sich als Gitarrist weiter zu entwickeln. Doch was viele Musiker nicht wissen: Sie hätten noch viel mehr üben und lernen können, als nur den geliebten Song oder das fantastische Solo. Damit meine ich nicht die Länge des Übens, denn vielmehr, was man parallel ohne große Mühe und vielfach unterbewusst noch darüber hinaus hätte lernen können.


Das Üben effizient gestalten

Unter Beachtung nachfolgender Regeln wird das Üben besonders effizient und es finden während des Übens mehrere Lernprozesse statt. Besonders für Anfänger kann die Einhaltung dieser Regeln den Spaß am Gitarre spielen erhalten. Keine dieser Regeln ist unwichtig, trotzdem habe ich Sie mit absteigender Priorität geordnet:


  • Metronom: Für ein gutes Timing ist die Nutzung eines Metronoms unerlässlich. Gibt´s in jedem Musikgeschäft, als kostenlose Software zum Downloaden oder ganz einfach online ohne Download.
    Ein Musiker ohne Timing wird weder in einer Band noch am Lagerfeuer begeistern können. Gerade Anfänger, die ein gutes Taktgefühl besitzen, haben schon früh die Möglichkeit in einer Band zu spielen. Man kann es sich schnell angewöhnen einfach immer das Metronom mitlaufen zu lassen.
  • Mitgrooven: Während man spielt und übt sollte man möglichst mitgrooven, die meisten machen dies mit dem Fuß. Wenn dir ein Blinder zuschaut, dann sollte auch er sehen, wie der Takt sich verhält. Dies ist besonders hilfreich im Zusammenspiel mit anderen Musikern.

  • Regelmäßigkeit: Lieber jeden Tag 20 Minuten üben als einmal die Woche 3 Stunden. Das Gehirn lernt duch Wiederholung und verarbeitet Informationen größtenteils über Nacht. Liegen die Lernimpulse weit auseinander, können die Informationen nur unvollständig verarbeitet werden oder werden wieder verlernt, bevor der nächste Impuls kommt.

  • Nie zu schnell: Geschwindigkeit ist ein großes Thema unter Gitarristen. Man erlangt diese jedoch nicht, wenn man das Metronom hochdreht und versucht dazu zu spielen. Auch hier zählt: Qualität (im Ton) statt Quantität. Wer über oder immer an seiner Geschwindigkeitsgrenze übt, wird nie schneller und gewöhnt sich daran Greif- und Spielhand nicht 100% in Einklang zu bringen.

    Hinweis:
    Ein Programm, mit dem Ihr Musik fast aller Formate in der Geschwindigkeit reduzieren oder bestimmte Passagen in einem wiederholenden Loop abspielen könnt, ohne dass sich die Tonhöhe verändert, findet ihr hier
    . Der Download ist kostenlos und sicher.

  • Lernsystematik: Finger weg vom Gitarrenhals! Grenze die zu lernende Passage vernünftig nach deinem Niveau ein, selbst wenn es nur ein Akkord ist, den man immer wieder aufs Neue greift. Zuerst muss das Gehirn sich merken, was es zu tun hat, damit es den Fingern sagen kann, wohin die Reise geht. Es gilt:

    • genau merken und lernen, was wann wie gespielt wird (ohne Gitarre!)
    • Das Gelernte zuerst nur mit der Greifhand spielen
    • zuletzt wird die Spielhand hinzugenommen

  • keine Fehler: Lernen ist kein Wettrennen. Wer obigen Punkt ("Nie zu schnell") nicht beachtet macht Fehler und das ist Zeitverschwendung! Wer zu schnell übt macht Fehler, die sich das Gehirn merkt und je öfter man einen Fehler wiederholt, desto schwieriger wird es sich die eigentlichen Lerninhalte anzueignen. Falls sich ein Fehler zweimal hintereinander einschleicht --> zurück zu "Lernsystematik"

  • Motivation aufrecht erhalten: Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Falls die Passage oder der Song noch nicht komplett gelernt ist, und man erschöpft ist oder einen Termin einhalten muss, macht ein weiteres Lernen keinen Sinn mehr. Aber am nächsten Tag wird´s dann fertig und darauf freust du dich in der nächsten Lerneinheit. Wer mit einem Übungsplan/Agenda arbeitet  ist gut beraten die festgelegten Zeiten einzuhalten und nicht immer alles an einem Tag fertigzustellen.

  • Macht der Gewohnheit: Wem es möglich ist, der sollte seine Übungen möglichst immer zur gleichen Zeit am Tag machen oder nach bestimmten Ereignissen mit dem Lernen beginnen (z.B. nach dem Abendessen). Gehirn und Körper können sich dann bereits auf das Üben einstellen.